Das Parlament in Ljubljana hat mit nur einer Gegenstimme die größte Reform des slowenischen Rentensystems seit über einem Jahrzehnt verabschiedet. Die Slowenen werden künftig länger arbeiten, dafür steigen die Renten im Verhältnis zum Einkommen. Die Koalition betont angemessene Renten und die Nachhaltigkeit der Rentenkasse, die Opposition sieht eine Verschlechterung der Lage der Rentner. Gleichzeitig hat ein Verband von etwa 25 Gewerkschaften mit der Unterschriftensammlung für ein mögliches Referendum gegen die Reform begonnen, sie sind gegen die Anhebung des Renteneintrittsalters. Dieses steigt für Personen mit 40 Arbeitsjahren von 60 auf 62 Jahre. Wer nicht die vollen 40 Beitragsjahre erreicht, kann erst mit 67 statt wie bisher mit 65 Jahren in Rente gehen. Auch die Berechnung der Renten ändert sich: Nach 40 Arbeitsjahren gibt es künftig 70 % des durchschnittlichen Lebensverdienstes, berechnet auf fast alle Arbeitsjahre, was insgesamt weniger vorteilhaft sein kann als bisher. Alle Änderungen werden schrittweise bis 2035 umgesetzt.
